JIS - Just in Sequence

JIS, SPD (Sequential Part Delivery), ILVS (In Line Vehicle Sequencing), SILS (Supply In Line Sequence), ...

Wie man es auch benennt, es dreht sich um das gleiche Thema:

Nämlich darum, dass der Supplier dem OEM die erforderlichen Teile zum gewünschten Zeitpunkt und in exakt der geforderten Reihenfolge anliefert.

Das Verfahren hat sich in der Automobilindustrie durchgesetzt, sorgt es doch für optimierte (minimale) Lagerhaltung, hohe Verbausicherheit und nicht zuletzt für kurze Lieferzeiten zum Endkunden auch bei hoher Variantenvielfalt.

Just in sequence.png

Relativ neu und mehr oder weniger in der Erprobungsphase ist das Long distance SILS (manchmal auch Perlenkette genannt). Hier sequenziert der Lieferant in seinem Stammwerk, das bspw. 1000km entfernt sein kann. Es entstehen besondere Anforderungen an die Feinabstimmung zwischen OEM und Lieferant.

 

Im üblichen Szenario montiert und liefert der Lieferant räumlich dicht beim OEM, häufig auf dem Gelände des OEM. Der OEM versendet einen "Impuls" (Abruf, Broadcast, EDI-Nachricht) an die Lieferanten, der ausgelöst wird, wenn eine Karosse auf dem Band einen bestimmten Montagepunkt überfahren hat. Nicht selten werden 2000 und mehr Fahrzeuge täglich abgerufen. Die Anforderungen an die Systemverfügbarkeit sind extrem hoch, kann doch je nach Gesamtkonstellation eine nur 20-minütige Störung bereits zum Bandabriss führen.

Die Lieferteile werden endmontiert (typischerweise die variantenbildenden Teile wie Frontmodule, Cockpits, Sitze usw.) oder "nur" ab Lager sequenziert.

Als JIS-Lieferant muss also die Produktionskette perfekt funktionieren.